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Begegnungen der “Anderen Art”  -  Hautnah mit Geparden

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Es ist 06:00 Uhr und noch völlig dunkel. Am frühen Morgen ist es in der Mara-Serengeti Region im Kenya/Tanzania-Grenzgebiet noch erfrischend kühl. Das Hubdach unseres Landcruisers ist bereits aufgestellt. Der kalte Fahrtwind kriecht unter die dicken Jacken. John, unser Scout und Fahrer, ist auch dieses Jahr wieder dabei.

Es ist die Zeit der großen Migration. Aus der Serengeti sind ungefähr 1.500.000 Gnus, 200.000 Zebras und 100.000 Antilopen in das Mara-Gebiet gezogen. Die riesigen Herden müssen zwei Flüsse überqueren. Den Grumeti in Tanzania und den Mara-River in Kenya. Tausende ertrinken, werden totgetrampelt oder von riesigen, sechs Meter langen Krokodilen gefressen. Für die Fleischfresser ist es die Zeit des Überflusses. Die Hyänen sind teilweise so voll gefressen, dass sie kaum noch laufen können.

John fährt quer durch die Steppe. Wie er sich orientiert, bleibt uns ein Rätsel. Wir würden uns ohne GPS und Kompass verirren. Am Vortag haben wir am Thalek-River Leopardenspuren und am Poachers Lookout drei Geparden gesichtet.
Unser Wunsch ist es Kontakt zu den Geparden des Vortages zu bekommen. Geparden sind die schnellsten Jäger. Ihr hochbeiniger, stromlinienförmiger Körper ist ideal für die Hetzjagd. Sie sind sehr schnell, ungefähr 130 km/h werden allerdings maximal fünf bis acht Minuten durchgehalten. Sie sind auch erfolgreiche Jäger. Das fliehende Beutetier wird durch einen Schlag mit der rechten Vorderpfote zu Fall gebracht. Der Gepard verbeißt sich dann in der Kehle des Opfers. Geparden können nicht wie Leoparden und Löwen jagen, denn ihre Krallen sind stumpf und nicht einziehbar
Am frühen Nachmittag finden wir sie. Ein Muttertier mit ihren fast erwachsenen Jungen. Nach einer Weile nähert sich die Gepardin dem Auto. Sie springt auf die Motorhaube und legt sich auf das Dach über dem Fahrer. Durch das Hubdach ist das übrige Auto in der ganzen Länge oben offen. Ihr Schwanz hängt in den Fahrgastraum. Zuerst einen Meter, dann wenige Zentimeter sind wir mit unseren Köpfen und Händen von ihr entfernt. Dass wir miteinander reden, uns bewegen, fotografieren und filmen beunruhigt sie überhaupt nicht. Genau genommen beachtet sie diese eigenartigen Wesen, die so seltsam riechen, sich merkwürdig bewegen und komische Laute von sich geben, überhaupt nicht.
Wie aber riechen Geparden? Mit der Nase berühre ich fast ihr Rückenfell. Sie riechen nach nichts. Das ist wichtig, wenn sie mit dem Wind jagen.
Von hinten ist einer der Geparden auf den Lancruiser gesprungen und legt sich auf das schmale Dachstück. Mit unseren Köpfen sind wir direkt auf der Höhe der Geparden. Zwischen uns ist nichts, kein Glas kein Blech. Nun will ich es wissen, wie kann man einen wilden frei lebenden Geparden ohne Risiko für beide, mit der Hand vom Autodach verjagen?
Ganz vorsichtig Zentimeter für Zentimeter nähert sich meine Hand seiner Pfote und dann berühre ich ihn für Sekundenbruchteile. Seine großen braunen Augen schauen mich (erstaunt?) an. Er knurrt und faucht nicht. Unsere Köpfe sind nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Dann verlässt er ohne Hast über die hinteren Reserveräder das Fahrzeug.
Es ging darum herauszufinden wie man auf den Autos sitzende/liegende Geparde ohne Schaden für die Tiere herunterbekommt.
Die wenigen auf die Autos hüpfenden Geparde sind ein Problem geworden. Selbst auf dem anfahrenden Auto bleiben sie liegen und hüpfen dann später in Panik herunter. Das Verletzungsrisiko ist groß. Schon ein leicht verstauchtes Bein kann für einen Gepard tödlich sein. Weil er nicht mehr jagen, oder vor Löwen schnell genug fliehen kann. Hat das Auto eine Plane als Dach/Sonnen-,
Regenschutz  ist es sehr schwer den Geparden herunter zubekommen. Wir haben ungefähr fünfzehn Minuten die Bemühungen von Touristen und des Fahrers gesehen. Die alle zusammen von unten gegen die Plane drückten/stießen. Das hat die Gepardin überhaupt nicht beeindruckt. Da half nur ganz dicht an das Fahrzeug heranfahren, und den Gepard über die Motorhaube zu vertreiben. Bei einem Sprung direkt von oben könnte sich der Gepard verletzten.
Sehr problematisch ist auch, dass sich die Tiere in den Schatten unter die Autos legen. Das Anlassen des Motors vertreibt sie nicht unbedingt. Wer nicht nachschauen will oder mag, sollte (auch wenn er nachgeschaut hat) ganz ganz langsam Zentimeter für Zentimeter anfahren. Wenn andere Fahrzeuge in der Nähe sind sollten die Insassen/der Fahrer das wegfahren wollende Fahrzeug vorher beobachten.
Warum machen Geparde das:
Die Erklärung ist sehr einfach. Die Masai Mara, besonders der Lebensraum der Geparde, ist sehr flach. Deshalb wird jeder erhöhte Punkt, Termitenbau, Erdhaufen umgestürzte Baum als Aussichtspunkt genutzt. Im hohen Gras ist das Blickfeld des Geparden extrem eingeschränkt. Jede Erhöhung im Gelände kann für ihn lebensnotwendig sein um seine Beutetiere zu erspähen. Ein Auto ist nun mal eine Erhöhung im Gelände. Gott sei Dank hält die Scheu vor den Autos fast alle Geparde davon ab. Der erhöhte Standpunkt hat weitere Vorteile. Feinde werden schnell entdeckt und ein frisches Lüftchen weht dort auch. In der Serengeti sind, wie uns die Ranger im Hauptquartier berichteten, diese Tiere schon vor Jahren eingefangen und in Regionen gebracht worden, wo es praktisch keine Fahrzeuge gibt.
In der Masai Mara sind es, nach meiner Information nur drei Tiere die dieses Verhalten zeigten. Zwei Jungtiere sind abgewandert. Dass auf die Geländefahrzeuge hüpfen konnte bei ihnen nicht mehr beobachtet werden. Es ist nur eine Gepardin die dieses Verhalten hat, aber an ihre heranwachsenden Jungen weitergibt. Das Problem liesse sich ganz einfach lösen. Die Gepardin in eine Region z.B. am Sand River zu bringen wo es keine, oder kaum Autos gibt. Das Problem in den Game Reservaten ist, dass für die Tiere der KWS (Kenya Wildlife Service) und für den Park, das Personal etc. regionale Behörden zuständig sind.
Der beste Schutz für alle Tiere der Masai Mara ist das Off Road fahren zu verbieten und dieses auch ernsthaft zu kontrollieren. Auf die Besucherzahlen hat das nach den Erfahrungen aus der Serengeti keinen negativen Einfluss.

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